Das richtige Heu für jedes Pferd

Heu, getrocknet von HSR-Trocknungsystem

„Nur mit Heu kann jedes Pferd immer ernährt werden - ohne Heu geht’s nicht“, lautet ein wichtiger Grundsatz der Pferdefütterung. Da Heu so wichtig ist, sollte man das jeweils richtige Heu für die vielen verschiedenen Pferde und ihre Futteransprüche finden.

An jedem Futtersack befinden sich ausführliche Inhaltsangaben und Fütterungshinweise, jedoch fehlen diese Angaben beim Heu. Eine Laboruntersuchung kann hier Abhilfe schaffen, gibt aber nur Hinweise auf das jeweils untersuchte Material. Je nach Vielfalt und Relevanz des vorhandenen Materials können bei der Probe mehr oder weniger große Abweichungen auftreten. Es bleibt jedoch noch die Sinnenprüfung, um das Heu zu prüfen und einzuschätzen.

Vorteil der Sinnenprüfung: Sie ist absolut kostenlos und kann immer und überall durchgeführt werden. Die notwendigen Werkzeuge sind unsere Augen, Hände und die Nase. Es geht um Farbe und Aussehen, Gefühl und Geruch. Heu verändert sich während der Lagerung, weshalb es wichtig ist, das Heu bei jeder einzelnen Gabe mit wachen Sinnen zu überprüfen. Auch in scheinbar tadellosen Heuchargen können sich einzelne kleine Schimmelnester befinden, die nicht verfüttert werden dürfen. Sie können zum Beispiel durch Erdklumpen entstehen, welche bei der Ernte mit eingefahren werden und noch Feuchtigkeit gespeichert haben.

Zuerst sehen wir das Heu genau an. Es sollte immer von grüner Farbe sein. Diese kann von blassgrün, silbrig oder graugrün über gelbgrün variieren und gibt damit einen wesentlichen Hinweis auf die Inhaltsstoffe des Heus.

Silbrig-grünes oder hellgrünes Heu ist von der Sonne ausgeblichen und weist einen eher niedrigen Eiweiß- und Energiegehalt auf, dafür jedoch einen hohen und natürlichen Vitamin D-Gehalt. Dieser nimmt allerdings im Laufe der Lagerung ab. Dieses Heu kann für leichtfuttrige Pferde ein gutes Futter darstellen.

Gelbes oder braunes Heu ist ausgewaschen und oft durch zu viel Feuchtigkeit verdorben, hier muss der Geruch besonders sorgfältig geprüft werden. Der Futterwert entspricht dem von Stroh, bei etwas besserer Verdaulichkeit. Schwarz verfärbte Partien sind ungeeignet.

Grüne Farbe ist ein Indikator für den Chlorophyllgehalt, der den Pferden bei der Verdauung der Stärke hilft. Der Pflanzenfarbstoff steht anfangs auch für einen hohen Vitamin E- und ß-Carotin- Gehalt. Diese können abhängig von Ernte- Lagerbedingungen jedoch schnell abnehmen. Intensiv grünes Heu ist meist sehr blattreich und eher weich, schmackhafte und gehaltvolle Blätter dominieren. Es handelt sich um junge Gräser, die bei eher knappem Rohfasergehalt einen hohen Eiweißgehalt aufweisen, was den Ansprüchen von Zuchtpferden und Fohlen entgegenkommt.

Blassgrünes, silbriges oder graugrünes Heu steht für gutes Pferdeheu von halmreichen Gräsern, das mit höheren Rohfaseranteil dem Kaubedürfnis der Pferde entspricht wie auch ein gutes Energie- Eiweiß- Verhältnis aufbringt.

Riech-, Fühl- und Sichtprobe der Heuballen

Damit die Pferde das Heu, das vom HSR-System getrocknet wurde, gut kauen können, sollen die Halme eine Länge von mindestens 10 cm aufweisen. Neben den Blättern und Stängeln findet man oft Blüten und Gräser, besonders im Heu vom ersten Schnitt. Anhand der verschiedenen Blüten ist leicht festzustellen, ob es sich um verschiedene Gräser handelt oder nur eine Grassorte. Man kann auch feststellen, ob verschiedene Kräuter enthalten sind. Artenvielfalt ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, da sich jede Pflanze durch unterschiedliche Nährstoffgehalte auszeichnet. Insbesondere in Bezug auf die sogenannten sekundären Inhaltsstoffe. Kräuterreiches Heu enthält mehr Mineralstoffe und Spurenelemente. Heu, das nur wenige Blüten enthält, weist auch meist sehr wenig Struktur auf. Viele Pferde fressen es sehr gern, will es gut schmeckt und einfach gekaut werden kann. Daher kann dieses Heu besonders für alte oder kranke Pferde, wie auch für allergische Pferde eine gute Lösung sein, insbesondere bei Pollenallergien. Der geringere Rohfasergehalt kann durch Zugabe von gutem Futterstroh oder dem Mischen mit Grassamenstroh oder Heu vom späten ersten Schnitt ergänzt werden.

Das Sättigungsgefühl des Pferdes ist von der Anzahl der Kauschläge abhängig, nicht vom Füllungsgrad des Magens. Das Pferd fühlt sich also nur ausreichend satt, wenn es genügend gekaut hat. Die Rohfaser befindet sich vor allem in den Stängeln, die wir zahlreich in gutem Pferdeheu finden. Bei gewissen Gräserarten findet man diese auch im zweiten oder in den drauffolgenden Schnitten. Den Rohfasergehalt kann man auch fühlen. Das Heu soll „Struktur haben“, sich beim Zusammenpressen fest und rau anfühlen, daher der Name „Raufutter“. Blattreiches Heu ist weich, zart und nachgiebig. Das bedeutet, reich an Eiweiß und arm an Rohfaser, jedoch unter Umständen auch arm an Calcium. Nach der Blüte ist es oft strohartig, sehr fest und sperrig. Die Gräser verlagern während des Wachstums alle Nährstoffe in Richtung Samen, deshalb ist sehr spät geerntetes Heu - fast wie Stroh – nährstoffarm, jedoch besser verdaulich. Aus der Grassamenvermehrung kann man solches Heu als „Grassamenstroh“ kaufen. Es kann ein guter Ersatz für Stroh bei Pferden sein, die zu Verstopfungskoliken neigen. Spät geerntetes Heu kann auch an Pferde mit sehr geringen Futteransprüchen in großen Mengen verfüttert werden, da es ihrem Kaubedürfnis entgegenkommt. Dieses Heu ist außerdem sehr gut im Frühjahr während des Abweidens zu füttern. Von dem Weideaustrieb nehmen die Pferde damit die wichtige Rohfaser auf, sind schon fast satt und fressen das frische Weidegrün als „Nachtisch“.

 

Wichtige Regel: Heu vor dem Weideaustrieb und Kraftfutter nach der Weide füttern!

 

Neben der Struktur konzentrieren wir uns vor allem auf den Feuchtigkeitsgehalt: gutes Heu muss absolut trocken sein! Hier kommt das Knowhow der HSR Heutrocknung SR zum Einsatz. Mit einer modernen HSR-Trocknung kann das Heu energieeffizient und sehr rasch abgetrocknet werden.
Trockenes Heu fühlt sich immer rau an und raschelt beim Bewegen. Auch durch fehlerhafte Lagerung kann Heu, das bereits trocken war, Feuchtigkeit anziehen und sich dadurch elastischer anfühlen. Dies kann man vor allem an der Außenseite von Heuballen feststellen. Diese sind vor allem dann feuchter, wenn sie nicht im Heu- oder Strohstock sondern an der Kante gelagert werden. Feuchtigkeit leistet dem Verderb durch Bakterien und Pilze Vorschub und muss daher unbedingt vermieden werden. Heu muss dunkel und trocken gelagert werden! Pferde fressen trockenes Heu deutlich lieber und meiden klammes Heu.

Verdorbenes Heu kann man vor allem durch den Geruch erkennen. Gutes Heu soll frisch und aromatisch riechen. Ein brandiger, muffiger oder dumpfer Geruch weist auf Verderb hin. Sehr trockenes Heu ist oft geruchlos und entwickelt den Geruch erst nach Kontakt mit Luftfeuchtigkeit. Bakterien und Pilze sind naturgemäß auf allen Gräsern mehr oder weniger stark vertreten und werden bei der Heuernte miteingefahren. Bestimmte Grassorten, insbesondere das weit verbreitete Weidegras, werden stärker von Pilzen besiedelt als andere. Pilzbefall verursacht Toxine, die für Pferde giftig sind. Auch Schimmelstaub kann entstehen, der die Lungen schädigt. In sehr dichten Grasbeständen können sich Verderbnis-Erreger vor allem dann gut ausbreiten, wenn sich die älteren Gräser wegen mangelnder Struktur in den Stängeln hinlegen und dichte Matten bilden, die kaum noch von der Sonne durchdrungen und beschienen werden. Daher ist nach dem Mähen ist eine zügige Trocknung sehr wichtig, um die weitere Vermehrung der vorhandenen Erreger zu stoppen und möglichst auch die Erreger selbst abzutöten. Dabei hilft die UV-Strahlung der Sonne bei der Feldtrocknung. Maximal 14% an Restfeuchte entziehen den Bakterien und Pilze die Lebensgrundlage. Wenn dies innerhalb weniger Tage erreicht werden kann und während der Lagerung eingehalten wird, ist das Heu vor Verderb geschützt, riecht aromatisch und weist keinen Schimmelstaub auf.

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